Threnus - Ich will schweigen (Johann Hermann Schein)

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  • (Posted 2025-04-19)  CPDL #84546: 
Full score:     (alternate ending)   
Basso Continuo:  
Editor: Gerd Eichler (submitted 2025-04-19).   Score information: A4, 14 pages, 618 kB   Copyright: CPDL
Edition notes: Transcribed from original print, Mensurstrich layout, original key signature and note values, clefs modernized, musica ficta clearly marked., MusicXML source file(s) in compressed .mxl format.

General Information

Title: Threnus - Ich will schweigen
Composer: Johann Hermann Schein
Lyricist:
Number of voices: 6vv   Voicing: SSAATB
Genre: SacredMotet

Language: Unknown
Instruments: Basso continuo

First published: 1617
Description: Funeral music for Dorothea Maria of Anhalt, Duchess of Saxe-Weimar (1574 - 1617).

External websites:

Original text and translations

German.png German text

Psalm 39, 11-12

Ich will schweigen und meinen Mund nicht auffthun. HErr du wirsts wol machen.
Wende deine Plage von mir, denn ich bin verschmacht von der Straffe deiner Hand.
Wenn du einen züchtiges umb der Sünde willen, so wird seine Schöne verzehret wie von Motten.
Ach, wie gar nichts sind doch alle Menschen. Sela.

1 Der Herr, der ist mit mir,
Solt ich denn trawrig sein,
Meins Lebens eine Zier
Ewr klagen stellet ein,
Ein selig End
Hat nun behend,
all mein Zeitlich Elend.

2  Mein Lauff hab ich vollbracht,
Nunmhr bin ich erlöst,
Christi Verdienst und Macht,
Mich an mein End getröst,
Ich hab gerungn,
Hindurch gedrungn,
Zu meim Gott mich geschwungn.

3  Hertzlich mich nun erfrewt
Daß ich mein liebstn Gemahl,
Gekrönt mit Herrlichkeit,
Antreff in Christi Saal,
Mein Herrelein
Mein Fräuelein
heißn mich willkommen seyn.

4  Zeitlich Pracht und Macht,
wert nur ein kleine Zeit
Drümb ich sie gantz in acht
Weil sie zur Seligkeit,
nichts hilfft noch schafft,
wer nach ihr gafft,
sich selbst betreugt und afft.

5  So ficht mich auch nicht an,
Daß ich mein andern Söhn,
hab hinter mir verlahn,
In grossen Trawren stehn,
denn diß ihr Leid,
Wird auch zur Frewd,
werden zu seiner Zeit.

6  GOTT WEND MEIN ELEND,
war mein täglich Sprichwort,
Das hat nun auch ein End,
an diesem Ort,
Ich bin gewehrt,
Was ich begehrt,
GOTT HAT MIR FREWD BEGEHRET.

7  Fürwar ich nun nicht nehm,
Der gantzen Werlet Guth,
Daß ich hin wieder kehm,
Da man nur Unrecht thut,
Hie bin ich rein,
Von Sünden mein,
Glenzt als ein Engelein.

8  Und schaw von Angesicht,
Zu Angesicht mein Gott,
kein Qual mich anrührt nicht,
werd Sünd, Teuffel noch Todt,
Ich lach sie aus,
von diesem Haus,
Sind sie getrieben aus.

9  Also nu befehl,
mein RAUTENZWEIGELEIN
Mit Gut, Ehr, Leib und Seel,
in Gottes Schutz allein,
Biß sie einmal,
auch kommen all,
zu mir ins Himmels Saal.