16 Rätsel (Valentin Rathgeber)

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  • (Posted 2022-02-27)  CPDL #68175:     
Editor: Nikolaus Hold (submitted 2022-02-27).   Score information: A4, 2 pages, 50 kB   Copyright: CC BY NC
Edition notes:

Arrangements for male chorus

  • (Posted 2022-02-27)  CPDL #68174:     
Editor: Nikolaus Hold (submitted 2022-02-27).   Score information: A4, 4 pages, 85 kB   Copyright: CC BY NC
Edition notes: Arr. for TTBB
Arranger: Ludwig Baumann

General Information

Title: 16 Rätsel
Composer: Valentin Rathgeber
Lyricist:
Number of voices: 3vv   Voicing: SSB
Genre: SecularPartsong

Language: German
Instruments: Basso continuo

First published: 1733 in Augsburger Tafel-Confect (Valentin Rathgeber), Tracht 1, no. 3
Description: 

External websites:

Original text and translations

German.png German text

1. Sag her, was ist doch auf der Welt,
das Best so allen wohlgefällt,
sag her, mein kannst es wissen:
Reichtun, Wollust,
Klugheit, Hoffarth? Nein nein!
Das Best ist auf der Welt,
so billig allen wohl gefällt,
ein redliches Gewissen.

2. Sag her, weißt wer der Kaufmann ist,
der ohn’ baar Geld ein Krämer ist,
nimm Krämer all zusammen:
Jub'lier, Banchier,
Kredit, auch nicht? Nein nein!
Sondern wie ich vermerk,
der um geringe gute Werk
den Himmel tut einkaufen.

3. Sag her, was für ein Fenster ist,
so über helle Scheiben glitzt,
nicht g'nug bezahlt kann werden:
Die Sonn, ein Brunn,
Metall, Chrystall? Nein nein!
Es ist des Menschen Aug,
kann sagen dass mir besser taug’
als alle Schätz auf Erden.

4. Sag her, wie man gen Rom hinein
kann g’spanenweis oder allein
auf lauter Wiesland reiten:
Auf Steck'n, mit Schneck’n,
auf Karr'n, mit Narr’n? Nein nein!
Ein Esel ladt dich auf,
sitz auf und setz dich wohl darauf,
so kannst gen Rom hin reiten.

5. Sag her, wie man den Haas tranchiert,
wo man den ersten Schnitt hinführt,
sag her, mein kannst erraten:
Im Lauff, im Ruck’n,
überfor'n, überhint’n? Nein nein!
Sondern ins Fleisch hinein,
Führt man den ersten Schnitt hinein,
nachdem er schön gebraten.

6. Sag her, was liebt die Companie,
wo man will herzlich fröhlich sein,
erfreuen sich mit Liedern:
Essen, trinken,
spielen, tanzen? Nein nein!
Das liebt die Companie,
recht redlich und vertraulich sein,
und das mit guten Brüdern.

7. Sag her, worin bestehet das,
der Klosterfrauen Freud und G’spaß,
sag her, was tun sie machen:
Geigen, singen,
pfeiffen, springen? Nein nein!
Sie tun in Lieblichkeit
ergötzen sich mit Süßigkeit
und Kräpflein dazu backen.

8. Sag her, was ist das für ein Tier,
soviel allzeit tut plagen schier,
sag her, ich frag ohn’ Scherzen:
Ein Hund, ein Katz,
ein Muck, ein Ratz? Nein nein!
Es ist ein kleiner Floh,
der sticht und beißt ja weiß nicht wo,
verursacht auch oft Schmerzen.

9. Sag her, was nun zum schärfsten sticht,
da man doch keine Wunden sicht,
sag her, hast’s observieret:
Die Sonn, die Hitz,
die Kält, gilt nichts? Nein nein!
Allein des Menschen Zung
zum schärfsten sticht, alt und auch jung,
die nicht wohl regulieret.

10. Sag her, den Tag im Jahr mein G’span,
der uns das Herz erfreuen kann,
sag her, wannd’s mir kannst sagen:
Fastnacht, Montag,
Montag, Dienstag? Nein nein!
Der heutig’ Tag der ist,
so uns erfreut zu dieser Frist
und füllet uns den Kragen.

11. Sag her, mein allerliebster G’span,
was wollen wir jetzt fangen an,
das allen wird gefallen:
Jauzen, gauglen,
affen, schlafen? Nein nein!
Wir trinken ein Glas Wein
zur G’sundheit aller, die da sein,
und das zum öftermalen.

12. Sag her, was fliegt zum g’schwindesten,
so man doch sieht zum wenigsten,
in alle fremde Länder:
Das Schieß'n, das Tön’n,
das Hall'n, das Knall’n? Nein nein!
In einer kurzen Weil
fliegen viel hundert tausend Meil
Gedanken noch viel g’schwinder.

13. Sag her, was ist doch bei dem Tisch,
wo man hat gut Fleisch oder Fisch,
das Best herunter z’schlingen:
Von Schnepf'n, von Schwein,
von Krebs'n, von Fisch’n? Nein nein!
Das Best ist bei dem Tisch,
wo man hat gut Fleisch oder Fisch,
wann man auch hat zu trinken.

14. Sag her, was ist doch auf der Welt,
das Stärkst, so allen wohlgefällt,
sag her, hast’s auch erfahren:
Die Kais'r, die Kön’g
die Ries'n, die Löw’n? Nein nein!
Es ist nichts als der Wein,
der nieder wirft auch groß und klein,
oft macht sie gar zu Narren.

15. Sag her, was ist dir’s allerliebst,
so du vieltausendmalen übst,
ohn’ Essen und ohn’ Trinken:
Lachen, scherzen,
jauchzen, schreien? Nein nein!
Es ist nichts als Tabak,
wann man ihm schiebt in d’Nasensack,
der schmeckt wohl wann’s tut stinken.

16. Sag her, noch eins, was ist das mir
und wohlgefällt auch jetzund dir,
so niemand wird abwenden:
Schalten, walten,
handeln, schalten? Nein nein!
Ich glaub’, dass mir und dir
zum besten g’fällt, dass jetzund wir
das Lied auch können enden.