Danket dem Herren, unserm Gott, SWV 205 (Heinrich Schütz)

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  • (Posted 2020-07-01)  CPDL #59472: 
1628 Version: (MS) (OS)       Score information: A4, 2 pages, 59 kB   
1661 Version: (MS) (OS)       Score information: A4, 2 pages, 66 kB   
Editor: Gerd Eichler (submitted 2020-07-01).   Copyright: CPDL
Edition notes: Transcribed from original prints. Continuous barlines are in the original score. Original Note values retained, clefs modernized. MS = modernized spelling, OS = original spelling.
  • (Posted 2017-09-21)  CPDL #46425:         
Editor: James Gibb (submitted 2017-09-21).   Score information: A4, 1 page, 40 kB   Copyright: CPDL
Edition notes: Transcribed from the Blankenburg edition on IMSLP.
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General Information

Title: Danket dem Herren, unserm Gott, SWV 205
Composer: Heinrich Schütz
Lyricist: Cornelius Becker

Number of voices: 4vv   Voicing: SATB
Genre: SacredChorale

Language: German
Instruments: A cappella

First published: 1628 in Psalmen Davids, Op. 5. Revised by Schütz in 1661, no. 107
  2nd published: 1894 in Heinrich Schütz: Sämtliche Werke, Volume 16, no. 107
  3rd published: 1957 in Neue Schütz-Ausgabe, Volume 6, p. 107
Description: Psalm 107 from the Becker Psalter.

External websites:

Original text and translations

Original text and translations may be found at Psalm 107.

German.png German text

Modernized spelling
1  Danket dem Herren, unserm Gott,
Denn er ist freundlich sehre,
Sein Güt und Treu er immerfort
Täglich an uns vermehret,
All Menschenkind,
Die durch ihn sind
Aus Not erlöset worden,
Sollen mit Dank
Ihr Leben lang
Ihn preisen aller Orten.

2  Alle die Gott zusammen bracht
So weit aus fremden Landen,
Vom Ost, Mittag und Mitternacht,
Und die vom Meer her wandern,
Die weit verirrt
Und umgeführt
Den rechten Weg nicht funden,
Wussten kein Rat,
Warn ohne Statt,
Darin sie wohnen kunnten.

3  All, derer Seel aus Hungersnot
Und vor Durst wollt verschmachten,
Die riefen an den höchsten Gott,
Der sie von Angst frei machte,
Führt sie ein Weg
Und richtign Steg,
Dadurch zur Statt sie kamen,
Die sie für sich,
Frei sicherlich,
Zur Wohnung bald einnahmen.

4  Die sollen danken Gott dem Herrn,
Und seine Güte preisen,
Der an den Menschenkindern gern
Sein Wundermacht beweiset,
Der Durst und Hungr
Und allen Kummr
Durch seine Gnade stillet,
Die elend Seel,
So leidet Quäl,
Mit Gütern er erfüllet.

5  Die elend und gefangen seind
In Band und Eisen schwere,
Die weder Sonn noch Mond bescheint,
Ihr Not sich täglich mehret,
Um dass sie Gott
Und seim Gebot
Gehorsam nicht gehalten,
Schändlich verletzt
Des Höchsten Gsetz,
Unglück über sie waltet.

6  Die nun in solcher Plag und Not
Ohn Hilf sonst müsst verschmachten,
Da sie riefen zum höchsten Gott,
Frei ledig er sie machte,
Löst ihre Band,
Stellt sie zu Hand
Aus Finsternis und Grauen
Auf freiem Fuß,
Dass sie mit Lust
Das Taglicht kunnten schauen.

7  Die sollen danken Gott dem Herrn
Und seine Güte preisen,
Der an den Menschenkindern gern
Sein Wundermacht beweiset,
Es hilft nicht für
Riegel noch Tür,
Er kanns alles zerschmeißen,
Eisen und Band
Sein mächtig Hand
Ohn alle Müh zerreißet.

8  Die Narren, so ein lange Zeit
In Tag gesündigt haben,
Indem sie als unweise Leut
Verschwendet Gottes Gaben
Und wohl gebüßt
Ihr schändlich Lüst,
Trieben stets solche Weise,
Bis ihren Magn
Endlich tät plagn
Ekel vor aller Speise.

9  Wann sie dann am gerackten Tod
Sonst hätten musst verschmachten,
Da sie riefen zum höchsten Gott,
Aus Angst er sie los machte,
Des Wortes Kraft
Ihn'n Hilfe schafft
In ihren großen Nöten,
Dass sie zur Stund
Wurden gesund,
Von aller Plag errettet.

10  Die sollen danken Gott dem Herrn
Und seine Güte preisen,
Der an den Menschenkindern gern
Sein Wundermacht beweiset,
Dankopfer gut
Mit fröhlichm Mut
Solln sie dem Herren geben,
Zu jeder Zeit
In Nüchterkeit
In seinem Dienste leben.


 

11  Die ihre Schifffahrt auf dem Meer
Vollbringen mit Gefahre,
Um dass sie sich bereichen sehr,
Kein Müh noch Arbeit sparen,
Des Herren Werk,
Sein Macht und Stärk
Mit Schrecken werden innen,
Wenn Meer und Welln
Sich grausam stelln,
Erreget von den Winden.

12  Wenn Gott aufmahnt die Sturmwind groß,
Die Wellen sich erheben,
Dass die Schiff, aller Hilf entblößt,
Jetzt an den Wolken schweben,
Fallen zur Stund
Tief in Abgrund,
Taumeln auf beide Seite,
Jetzt hier, jetzt dar,
Mit großer Gfahr,
Gleichwie die trunkne Leute.

13  Wenn diese vor sich sehn den Tod,
Müssten ohn Hilf verschmachten,
Da sie riefen zum höchsten Gott,
Aus Todsfahr er sie brachte,
Hieß Meer und Wind,
Dass sie geschwind
Sich legten in der Stille,
Und bracht die Leut
Zu Land mit Freud
Nach ihrem Wunsch und Willen.

14  Die sollen danken Gott dem Herrn
Und seine Güte preisen,
Der an den Menschenkindern gern
Sein Wundermacht beweiset,
Dafür solln sie
Gott spat und früh
Rühmen bei Jung und Alten,
Dass er sein Gnad
Und Wundertat
Erzeigt so mannigfalte.

15  Diejenigen, so litten Not
Im Feld und in den Gründen,
Wenn austrocknten die Bäche gut,
Die Wasserquell verschwunden,
Das Land nichts trug,
Es war verflucht,
Das vor im Segen stunde,
Wegen der Sünd
Der Menschenkind,
Die Gott darinnen funde.

16  Der treue Gott aus milder Hand
Gibt reichlich seinen Segen,
Erquickt das ausgedorrte Land
Mit einem fruchtbarn Regen,
Brunnen und Teich
Sind wasserreich,
Die Quell im Grund entspringen,
Durch Gottes Gnad
Nimmt zu die Stadt,
Und ihr muss wohl gelingen.

17  Gott oft ins Land setzt arme Leut,
Dass sie ein Statt anrichten,
Wohnen darin ein lange Zeit,
Genießen aller Früchte
Vom Acherbau
Und in der Au,
Die Weinberg sich recht halten,
Lohnen die Müh,
Wohl steht das Vieh,
Übr sie der Segen waltet.

18  Auch hilft der Herr denen zu Recht,
Die nieder sind geschlagen,
Durch große Tyrannei geschwächt
Und fast übel geplaget,
Gott leichtlich kann
Auf fürstlichn Stamm
Schmach und Verachtung schütten,
Was stund in Flor
Und schwebt empor,
Wird irrig und zerrüttet.

19  Dagegen schützt der treue Gott
Den Armen und Elenden,
Segnet sein'n Samen immerfort,
Vermehret ihn behende,
Wenn solchs geschieht,
Der Fromm es sieht,
Dem bringt es Freud auf Erden,
Aller Bosheit
Zu jeder Zeit
Das Maul gestopft muss werden.

20  Wohl dem, der dieses fleißig merkt,
Betracht's in seinem Herzen,
Denn so er ansieht Gottes Werk,
So gibt es Trost in Schmerzen,
Gotts Gütigkeit
Währt allezeit,
Sein Wohltat hoch vermehret,
Sein Gnad bereit
Alls Herzeleid
Endlich zur Freuden kehret.

German.png German text

Original spelling:
1  Dancket dem HERREN unſerm Gott/
Denn er iſt freundlich ſehre :/:
Sein Güt und Trew er immerfort
Täglich an uns vermehret/
All Menſchenkind/
Die durch ihn ſind
Aus Noth erlöſet worden/
Sollen mit Danck
Ihr Leben lang
Ihn preyſen aller Orten.

2  Alle die Gott zuſammen bracht/
So weit aus frembden Landen :/:
Vom Oſt/ Mittag und Mitternacht/
Und die vom Meer her wandern/
Die weit verirrt
Und umbgeführt
Den rechten Weg nicht funden/
Wuſten kein Rath/
Warn ohne Stadt/
Darin ſie wohnen kunnten.

3  All/ derer Seel aus Hungersnoth/
Und für Durſt wolt verſchmachten :/:
Die rieffen an den höchſten Gott/
Der ſie von Angſt frey machte/
Führt ſie ein Weg
Und richtign Steg/
Dadurch zur Stadt ſie kamen/
Die ſie für ſich/
Frey ſicherlich/
Zur Wohnung bald einnahmen.

4  Die ſollen dancken Gott dem HERRN/
Und ſeine Güte preyſen :/:
Der an den Menſchenkindern gern
Sein Wundermacht beweiſet/
Der Durſt und Hungr
Und allen Kummr
Durch ſeine Gnade ſtillet/
Die elend Seel/
So leidet Quel/
Mit Gütern er erfüllet.

5  Die elend und gefangen ſeynd
In Band und Eiſen ſchwere :/:
Die weder Sonn noch Mond beſcheint/
Ihr Noth ſich täglich mehret/
Umb daß ſie Gott
Und ſeim Gebot
Gehorſam nicht gehalten/
Schendlich verletzt
Des Höchſten Gſetz/
Unglück uber ſie waltet.

6  Die nu in ſolcher Plag und Noth
Ohn Hülff ſonſt müſt verſchmachten :/:
Da ſie rieffen zum höchſten Gott/
Frey ledig er ſie machte/
Löſt ihre Band/
Stellt ſie zu Hand
Aus Finſternüß und Grawen
Auff freyem Fuß/
Daß ſie mit Luſt
Das Tagliecht kunnten ſchauen.

7  Die ſollen dancken Gott dem HErrn
Und ſeine Güte preyſen :/:
Der an den Menſchenkindern gern
Sein Wundermacht beweiſet/
Es hilfft nicht für
Riegel noch Thür/
Er kans alles zerſchmeiſſen/
Eiſen und Band
Sein mächtig Hand
Ohn alle Müh zerreiſſet.

8  Die Narren/ ſo ein lange Zeit
In Tag geſündigt haben :/:
Indem ſie als unweiſe Leut
Verſchwendet Gottes Gaben
Und wol gebüſt
Ihr ſchendlich Lüſt/
Trieben ſtets ſolche Weiſe/
Biß ihren Magn
Endlich thet plagn
Eckel für aller Speiſe.

9  Wann ſie dann am gerackten Todt
Sonſt hetten mußt verſchmachten :/:
Da ſie rieffen zum höchſten Gott/
Aus Angſt er ſie loß machte/
Des Wortes Krafft
Ihnn Hülffe ſchafft
In ihren groſſen Nöthen/
Daß ſie zur Stund
Wurden geſund/
Von aller Plag errettet.

10  Die ſollen dancken Gott dem HErrn
Und ſeine Güte preiſen :/:
Der an den Menſchenkindern gern
Sein Wundermacht beweiſet/
Danckopffer gut
Mit fröhlichm Muth
Solln ſie dem HERREN geben/
Zu jeder Zeit
In Nüchterkeit
In ſeinem Dienſte leben.


 

11  Die ihre Schiffahrt auff dem Meer
Vollbringen mit Gefahre :/:
Umb daß ſie ſich bereichen ſehr/
Kein Müh noch Arbeit ſparen/
Des HErren Werck/
Sein Macht und Sterck
Mit Schrecken werden innen/
Wenn Meer und Welln
Sich grauſam ſtelln/
Erreget von den Winden.

12  Wenn Gott auffmahnt die Sturmwind gros/
Die Wellen ſich erheben :/:
Daß die Schiff/ aller Hülff entblöſt/
Jetzt an den Wolcken ſchweben/
Fallen zur Stund
Tief in Abgrund/
Daummeln auff beyde Seite/
Jetzt hier/ jetzt dar/
Mit groſſer Gfahr/
Gleichwie die trunckne Leute.

13  Wenn dieſe für ſich ſehn den Tod/
Müſten ohn Hülff verſchmachten :/:
Da ſie rieffen zum höchſten Gott/
Aus Todſfahr er ſie brachte/
Hieß Meer und Wind/
Daß ſie geſchwind
Sich legten in der Stille/
Und bracht die Leut
Zu Land mit Frewd
Nach ihrem Wundſch und Willen.

14  Die ſollen dancken Gott dem HErrn
Und ſeine Güte preyſen :/:
Der an den Menſchenkindern gern
Sein Wundermacht beweiſet/
Dafür ſolln ſie
Gott ſpat und früe
Rühmen bey Jung und Alten/
Daß er ſein Gnad
Und Wunderthat
Erzeigt ſo mannigfalte.

15 . Diejenigen/ ſo litten Noth
Im Feld und in den Gründen :/:
Wenn auſtrocknten die Bäche gut/
Die Waſſerquell verſchwunden/
Das Land nichts trug/
Es war verflucht/
Das vor im Segen ſtunde/
Wegen der Sünd
Der Menſchenkind/
Die Gott darinnen funde.

16  Der trewe Gott aus milder Hand
Gibt reichlich ſeinen Segen :/:
Erquickt das ausgedorrte Land
Mit einem fruchtbarn Regen/
Brunnen und Teich
Sind waſſerreich/
Die Quell im Grund entſpringen/
Durch Gottes Gnad
Nimmpt zu die Stadt/
Und ihr muß wol gelingen.

17  GOtt offt ins Land ſetzt arme Leut/
Daß ſie ein Stadt anrichten :/:
Wohnen darin ein lange Zeit/
Genieſſen aller Früchte
Vom Acherbaw
Und in der Aw/
Die Weinberg ſich recht halten/
Lohnen die Müh/
Wol ſteht das Vieh/
Ubr ſie der Segen waltet.

18  Auch hilfft der HERR denen zu Recht/
Die nieder ſind geſchlagen :/:
Durch groſſe Tyranney geſchwecht
Und faſt ubel geplaget/
Gott leichtlich kan
Auff fürſtlichn Stam
Schmach und Verachtung ſchütten/
Was ſtund in Flor
Und ſchwebt empor/
Wird irrig und zerrüttet.

19  Dargegen ſchützt der trewe GOtt
Den Armen und Elenden :/:
Segnet ſeinn Samen immerfort/
Vermehret ihn behende/
Wenn ſolchs geſchiht/
Der Fromm es ſiht/
Dem bringt es Frewd auff Erden/
Aller Boßheit
Zu jeder Zeit
Das Maul geſtopfft mus werden.

20  Wol dem/ der dieſes fleisig merckt/
Betracht's in ſeinem Hertzen :/:
Denn ſo er anſiht Gottes Werk/
So gibt es Troſt in Schmertzen/
Gotts Gütigkeit
Wert allezeit/
Sein Wolthat hoch vermehret/
Sein Gnad bereit
Alls Hertzeleid
Endlich zur Frewden kehret.